Es ist nicht ganz einfach, sich einen Überblick über die verschiedenen Therapierichtungen und Indikationen zu verschaffen:
Wichtig erscheint uns zunächst, die Methoden, die von den Krankenkassen anerkannt und somit finanziert werden, voneinander abzugrenzen: Deshalb beschreiben wir hier auch kurz Richtungen, die in unserer Praxis nicht durchgeführt werden.
Historisch die älteste Methode ist die Psychoanalyse (genau, Sigmund Freud und die Sache mit der Couch). Freud ging davon aus, dass Menschen sich in ihrer Entwicklung zu einem bestimmten Alter mit bestimmten Themen (sog. Konflikten) auseinandersetzen müssen (z. B. Lösung von den Eltern, Finden einer eigenen Identität). Wenn es bei diesen Entwicklungsschritten zu Schwierigkeiten kommt, können sie nicht gesund vollzogen werden, eine seelische Erkrankung im Erwachsenenalter kann die Folge sein. Die Psychoanalyse hilft den Patienten, diese Entwicklungsschritte zu verstehen, und in der therapeutischen Beziehung nachzuvollziehen. Die Couch ist heute nicht mehr Standard, viele Psychoanalysen finden im Sitzen statt.
Die Verhaltenstherapie war so etwas wie eine historische Antwort auf die Psychoanalyse: Die langwierigen therapeutischen Prozesse erschienen oft insbesondere bei kurzfristigen drängenden Problemen zu aufwendig. Die Verhaltenstherapie konzentriert sich im Wesentlichen auf das Verhalten im Alltag bzw. auf die geschilderten problematischen Verhaltensweisen und Symptome. Mit Hilfe verschiedener Techniken werden alte (schädliche) Verhaltensweisen "verlernt" und neue gelernt. Dazu wird das "störende Verhalten" beobachtet und beschrieben, dann wird das erwünschte Verhalten eingeübt.
Die tiefenpsychologische Therapie fußt auf der Theorie der Psychoanalyse; allerdings konzentriert man sich im therapeutischen Prozess auf einen bestimmten nicht gut bewältigten Kindheits–Konflikt (z. B. Ablösung von den Eltern), der nach Ansicht des Therapeuten und Patienten die Schwierigkeiten maßgeblich verursacht, und versucht diesen nun zu lösen. Dazu wird viel über Alltagsprobleme gesprochen, die dann gedeutet werden: Der Zusammenhang mit den ungelösten Kindheitskonflikten wird herausgearbeitet, so dass die Patienten lernen, zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu unterscheiden, und auf die Gegenwart zu reagieren.
In der Tiefenpsychologie - ebenso wie in der Psychoanalyse - kommt der therapeutischen Beziehung eine große Bedeutung zu, da viele Beziehungskonflikte hier - wie in einem Modell – ausgetragen, analysiert, verstanden und verändert werden können.
Selbstverständlich gibt es viele Überschneidungen, die hier nicht deutlich werden können, das würde den Rahmen sprengen.
Welche Therapie für Sie gut ist
...muss im Einzelfall geklärt werden. Es gibt bestimmte Krankheitsbilder, die durch bestimmte Therapien besser zu beeinflussen sind als durch andere. Vielfach hängt der Therapieerfolg aber auch von der Beziehung zwischen Patient und Therapeut ab - und von vielen weiteren Faktoren. Daher gehe ich auf diesen Punkt hier nicht näher ein.
Um das Bild zu vervollständigen, vielleicht noch eine kurze Skizze anderer Methoden, die ich - bislang leider nur ich - zusätzlich zur tiefenpsychologischen Psychotherapie in meiner Praxis anbiete und durchführe:
Die Gesprächspsychotherapie hat - ebenso wie die Tiefenpsychologische Therapie und die Psychoanalyse - als zentrales Element das "Gespräch", wie es ja auch der Name sagt. Die Grundideen zum Entstehen der Probleme entsprechen im Wesentlichen dem analytischen Modell, aber im konkreten therapeutischen Tun steht die Idee im Mittelpunkt, dass die Patienten die Lösung der Probleme in sich selber tragen. Daher zielen die Techniken der Gesprächspsychotherapie darauf ab, dem Patienten (die Gesprächspsychotherapie spricht von Klienten) zu helfen, die Lösung seiner Probleme und die eigenen
Ressourcen dazu zu finden.
Systemische Therapie schaut auf den Einzelnen, auf das System, in dem er/sie lebt. Das bedeutet nicht, dass ganze "Systeme" (Familien, Teams) in meiner Praxis sitzen, sondern dass ich in der Arbeit mit dem Einzelnen auf die Ressourcen und Verflechtungen im System schaue, und zwar aktuell, in der gegenwärtigen Situation, und historisch, in der Frage, wie sich das System - und der Einzelne in ihm - entwickelt hat (hier geht es durchaus auch über die Lebenszeit des Patienten hinaus zurück).
Methoden wie Familienaufstellung - die auch in der Einzeltherapie angewendet werden können - Genogramm etc. gehören hierhin.
Paartherapie suchen Sie sich, wenn es in der Partnerschaft (das können heterosexuelle Paare ebenso wie homosexuelle Paare sein) nicht stimmt... ganz egal, aus welchen Gründen und auf welchen Ebenen etwas schief gegangen ist. Paartherapie, so wie ich Sie durchführe, konzentriert sich im Wesentlichen auf Ihre Kommunikationsmuster... auf Deutsch: Wie sprechen sie miteinander, wie verstehen... bzw. missverstehen sie sich... und was können/wollen Sie verändern, um Ihre Probleme besser lösen zu können. Dabei werden dann natürlich auch die anstehenden Probleme besprochen... dies hilft, Ihre Krise zu lösen, und übt sie auch in einem besseren Verständnis füreinander und im Umgang miteinander. Je nach Situation bediene ich mich zusätzlich ergänzender Methoden. So kann es z. B. hilfreich sein, den Hintergrund aus der jeweiligen Herkunftsfamilie zu beleuchten...
Um sich genauer zu informieren, können Sie auch im Internet spazieren gehen, z. B. bei: